Belegausgabepflicht wird Digital

Kurz und knapp im Video von retail7 die Zusammenfassung im Video:

Die Belegpflicht bei Kassen ist momentan ein stark diskutiertes Thema in den Medien. Überall gibt es negative Kommentare im Netz. Es gibt sogar eine online Petition um die Pflicht wieder abzuschaffen. Aber was steckt dahinter? Und welche positiven Aspekte bringt das neue Gesetz für die Kassen denn überhaupt mit sich? Wir erklären dir anhand von 7 Fakten die Vor- und Nachteile der neuen Kassensicherungsverordnung.

Die Belegpflicht ist ein Teil der KassensichV, die 2020 Deutschlandweit umgesetzt wird. Für Verkäufer bedeutet das, dass sie ab September ein Update oder ein ganz neues Kassensystem mit einer Technischen Sicherheitseinrichtung, kurz TSE, brauchen. Aber was bedeutet das für dich? Damit kommen wir auch schon zum ersten Fakt:

1. Die Bonpflicht gilt ab dem 01.01.2020. (GESETZ). - du musst keinen Bon mitnehmen!

2. Es soll allerdings auch Ausnahmeregelungen für bestimmte Geschäfte geben. Wie sich diese gestaltet und wer diese nutzen kann, ist allerdings noch nicht zu 100 Prozent definiert. Jedoch richtet sie sich eher an Läden mit vielen unbekannten Käufern, beispielsweise auf einem Marktplatz.

3. Durch Bonpflicht einheitliches Format: in der TSE gespeichert. Der Zeitpunkt des Vorgangbeginns und -endes sowie eine Transaktionsnummer und Seriennummer des elektronischen Aufzeichnungssystems müssen jetzt auf dem Bon zu sehen sein.

4. Offene Ladenkasse weiterhin erlaubt: Denn die offene Ladenkasse ist zwar weiterhin erlaubt aber nicht mehr gängig. Wer sie benutzt macht sich prinzipiell verdächtig für die Steuerbehörden. Eine elektronische Kasse bringt der Verkäuferin und Dir mehr Zeit.

5. Digitale Alternativen zum Bon: QR-Code von Bäckerein genutzt oder auch per Mail. zb Mail nur für Bons anlegen. Weitere Lösungen geplant.

6. Mit der Bonpflicht Steuerhinterziehung stoppen: in milliardenhöhe hinterzogen und du kannst jetzt mithelfen. Mit dem Beleg muss immer alles in die Kasse eingegeben werden.

7. Kartenzahlungen im Trend: kein Bargeld, kein Problem. Durch die digitalisierung der Kassensysteme und die einfachere Handhabung mit eben diesen, wirst Du in Zukunft mehr in Karte zahlen können.

Fazit

Die Kassensicherungsverordnung ist notwendig, da pro Jahr 5-10 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehungen für das Finanzamt verloren gehen. Viele Händler suchen gezielt nach manipulierbaren Kassen und nutzen Sicherheitslücken aus. Mit dem Geld könnten beispielsweise sämtliche Schulen in ganz Deutschland saniert werden. Außerdem ist es für viele Kunden ganz normal für die Haushaltsführung oder die Steuererklärung einen Kassenbon mitzunehmen.

Digitale Alternativen sind auf Dauer außerdem auch günstiger als die Standard kasse. Neben den vielen Extra-Optionen, die zu einem optimierten Arbeitstag führen, sind die Bonrollen auch wesentlich teurer als ein digitales Kassensystem.

Übrigens: Was jetzt bei uns in Deutschland passiert, ist in fast allen anderen Ländern schon Normalzustand. So beispielsweise in der Schweiz oder Österreich. Dort gibt es bereits seit 2017 die Registrierkassensicherungsverordnung (RKSV).

In Italien ist bereits jeder Kunde dazu gezwungen seinen Beleg mitzunehmen. In Portugal gibt es eine Kassenbon-Lotterie seit 2014, auch Lettland, Tschechien und die Slowakei haben solche Lotterien.
Dabei kann jeder Bon bereits ab einem Wert von 1 Euro gewinnen. Frankreich hingegen will die Bonpflicht momentan auf einen Mindestbetrag herabsenken. Die Bonpflicht generell gilt fast in ganz Europa.

Wie sich das Gesetz in Deutschland weiter entwickeln wird, bleibt noch offen.